{"id":742,"date":"2023-04-11T09:48:37","date_gmt":"2023-04-11T07:48:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tung.ch\/?p=742"},"modified":"2023-04-12T17:09:20","modified_gmt":"2023-04-12T15:09:20","slug":"lange-und-glueckliche-beziehungen-haben-zwei-merkmale-gemeinsam","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tung.ch\/de\/leben\/lange-und-glueckliche-beziehungen-haben-zwei-merkmale-gemeinsam\/","title":{"rendered":"Lange und gl\u00fcckliche Beziehungen haben zwei Merkmale gemeinsam"},"content":{"rendered":"<p><strong>Jedes Jahr treten in Deutschland im Durchschnitt 400.000 Paare den Bund der Ehe an. Sie bekr\u00e4ftigen damit nicht nur ihre Liebe zueinander, sondern auch ihr Versprechen, ein gemeinsames Leben voller Freundschaft und Gl\u00fcck bis ans Ende ihrer Tage zu f\u00fchren.<\/strong><\/p>\n<p>Leider bleibt die romantische Vorstellung von einer gl\u00fccklichen und dauerhaften Partnerschaft f\u00fcr viele Paare eine Illusion. Stattdessen enden viele Beziehungen in Dysfunktionalit\u00e4t und Entt\u00e4uschung. Tats\u00e4chlich enden 35 Prozent aller Ehen innerhalb der ersten 25 Jahre in Scheidung. Diese Krise der Beziehungskultur trat in den 1970er Jahren erstmals auf und ihre Auswirkungen waren weitreichend.<\/p>\n<p>Infolgedessen baten Wissenschaftler Paare in ihr Labor, um ihre Interaktionen zu studieren und herauszufinden, welche Zutaten f\u00fcr eine gesunde, langanhaltende Beziehung unerl\u00e4sslich sind &#8211; insbesondere im Hinblick auf das Wohlergehen betroffener Kinder. Doch welche Elemente sind am effektivsten f\u00fcr eine gl\u00fcckliche Partnerschaft? Dies ist eine Frage, die sicherlich weiterer Untersuchungen bedarf.<\/p>\n<p>Ist jede dysfunktionale Familie wirklich auf ihre ganz individuelle Art und Weise ungl\u00fccklich, wie Tolstoi einst schrieb, oder gibt es ein gemeinsames, toxisches Element in allen ungesunden Beziehungen? Wir sind aufgefordert, dar\u00fcber nachzudenken, ob es eine allgemeine Ursache oder ein gemeinsames Merkmal gibt, das in jedem negativen Familien- oder Beziehungsgef\u00fcge pr\u00e4sent ist. So k\u00f6nnen wir uns bewusster mit unseren eigenen Beziehungen auseinandersetzen und aktiv an der Verbesserung arbeiten.<\/p>\n<p>John Gottman ist ein renommierter Psychologe, dessen Forschung sich darauf konzentriert hat, die Geheimnisse erfolgreicher Beziehungen zu entschl\u00fcsseln. \u00dcber einen Zeitraum von vier Jahrzehnten hat er Tausende von Paaren beobachtet und analysiert, um zu verstehen, was sie in langfristigen Partnerschaften erfolgreich macht. K\u00fcrzlich hatte ich die Chance, mit John und seiner Frau Julie, einer ebenfalls erfahrenen Psychologin, zu sprechen. Gemeinsam leiten sie das renommierte Gottman-Institut, wo sie Paaren dabei helfen, eine liebevolle und stabile Beziehung aufzubauen und aufrechtzuerhalten.<\/p>\n<p>Im Jahr 1986 f\u00fchrten John Gottman und sein Kollege Robert Levenson ein bedeutendes Experiment im &#8222;Liebeslabor&#8220; an der University of Washington durch. Sie luden frisch verheiratete Paare ein, um ihr Verhalten w\u00e4hrend verschiedener Gespr\u00e4che zu beobachten. Um ihre Forschung noch weiter zu vertiefen, brachte das Team Elektroden an den Paaren an, um ihre k\u00f6rperlichen Reaktionen w\u00e4hrend der Befragung zu messen. Die Fragen, die gestellt wurden, waren allgemein gehalten, zum Beispiel zur Entstehung ihrer Beziehungen oder ob sie gemeinsame positive Erinnerungen teilten.<\/p>\n<p>Das &#8222;Liebeslabor&#8220; war ein innovatives Projekt, das schnell an Bekanntheit gewann. Durch die Verwendung von Elektroden und gezielten Fragen konnten die Forscher einen tieferen Einblick in die Beziehungen der Paare und ihre Reaktionen aufeinander gewinnen. Diese bahnbrechende Studie war der Anfang f\u00fcr viele weitere Erkenntnisse und half, das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr menschliche Beziehungen zu vertiefen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend sie sich unterhielten, verfolgten die Forscher akribisch den Blutfluss, Puls und Schwei\u00dfproduktion mithilfe der Elektroden. Anschlie\u00dfend entlie\u00dfen sie die Probanden und tauchten erst sechs Jahre sp\u00e4ter wieder auf, um zu erfragen, ob die Partner immer noch ein Paar waren. Das Ergebnis ist bemerkenswert und spannend zugleich.<\/p>\n<p>Mit den erhobenen Daten teilte Gottmann die Paare in zwei Kategorien ein: die Masters und die Disasters. Die Masters waren auch nach sechs Jahren noch gl\u00fccklich miteinander verbunden, w\u00e4hrend die Disasters entweder bereits getrennte Wege gingen oder in ihren Ehen chronisch unzufrieden waren. Bei der Analyse der Daten wurden klare Unterschiede zwischen den beiden Gruppen festgestellt.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Disasters im Interview ruhig wirkten, enth\u00fcllte ihre k\u00f6rperliche Reaktion, die durch die Elektroden gemessen wurde, das genaue Gegenteil.<\/p>\n<p>Ihr Herzschlag raste, ihr Schwei\u00df floss und ihr Blut pulsierte schnell durch die Adern. Spannung lag in der Luft als Gottmann die langfristige Entwicklung Tausender Paare beobachtete und erkannte, dass besonders aktive physiologische Reaktionen im Labor auf schnelle Beziehungsschlechterung hinwiesen.<\/p>\n<p>Doch was hatten K\u00f6rperreaktionen damit zu tun? Das Problem lag darin, dass sich die &#8222;Disasters&#8220; in ihrer Beziehung st\u00e4ndig im Kampf- oder Fluchtmodus befanden. Selbst das Sitzen neben ihrem Partner und einfache Gespr\u00e4che zu f\u00fchren, f\u00fchlte sich f\u00fcr sie wie eine Begegnung mit einem S\u00e4belzahntiger an.<\/p>\n<p>Auch wenn sie \u00fcber harmonische Alltagsmomente sprachen, war jederzeit Angriff oder Konterbereitschaft sp\u00fcrbar. Selbst banale Gespr\u00e4che \u00fcber den Tag l\u00f6sten erh\u00f6hten Puls und aggressive Reaktionen beim Partner aus. Ein Beispiel hierf\u00fcr: Der sehr aufbrausende Ehemann forderte seine Frau auf, mit der Erz\u00e4hlung zu beginnen, da es angeblich nicht lange dauern w\u00fcrde.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-744\" src=\"https:\/\/www.tung.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Lange-und-glueckliche-Beziehungen_01.webp\" alt=\"Lange und gl\u00fcckliche Beziehungen_01\" width=\"1600\" height=\"1067\" srcset=\"https:\/\/www.tung.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Lange-und-glueckliche-Beziehungen_01.webp 1600w, https:\/\/www.tung.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Lange-und-glueckliche-Beziehungen_01-600x400.webp 600w, https:\/\/www.tung.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Lange-und-glueckliche-Beziehungen_01-1200x800.webp 1200w, https:\/\/www.tung.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Lange-und-glueckliche-Beziehungen_01-768x512.webp 768w, https:\/\/www.tung.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Lange-und-glueckliche-Beziehungen_01-1536x1024.webp 1536w, https:\/\/www.tung.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Lange-und-glueckliche-Beziehungen_01-150x100.webp 150w, https:\/\/www.tung.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Lange-und-glueckliche-Beziehungen_01-300x200.webp 300w, https:\/\/www.tung.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Lange-und-glueckliche-Beziehungen_01-696x464.webp 696w, https:\/\/www.tung.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Lange-und-glueckliche-Beziehungen_01-1068x712.webp 1068w\" sizes=\"auto, (max-width: 1600px) 100vw, 1600px\" \/><\/p>\n<p>Im Gegensatz zu den Disasters waren die Masters weniger physisch aktiv, jedoch umso mehr miteinander verbunden und entspannt. Selbst in Konfliktsituationen traten sie liebevoll und freundlich auf. Doch dies lag nicht etwa an einer anders gearteten Veranlagung der Masters. Vielmehr hatten sie durch eine Atmosph\u00e4re des Vertrauens und der Intimit\u00e4t eine emotionale Entspannung geschaffen, die sich auch auf ihre physische Befindlichkeit auswirkte.<\/p>\n<p>Gottmann war daraufhin daran interessiert, herauszufinden, wie die Masters ihre Kultur der Liebe und Intimit\u00e4t schufen und welche Faktoren bei den Disasters zur Vernichtung ebendieser f\u00fchrten. In einer anschlie\u00dfenden Studie richtete Gottmann daher im Jahr 1990 ein Labor auf dem Campus der University of Washington ein &#8211; nat\u00fcrlich in der Optik eines reizvollen Bed &amp; Breakfasts.<\/p>\n<p>Er lud 130 frischverm\u00e4hlte Paare zu einem beobachtenden Experiment ein, in dem er sie bei den typischen Urlaubsaktivit\u00e4ten wie Kochen, Putzen, Musik h\u00f6ren, Essen, Plaudern und Relaxen beobachtete. Dabei machte Gottmann eine bahnbrechende Entdeckung: Den Kern der Frage, warum manche Beziehungen gedeihen w\u00e4hrend andere scheitern.<\/p>\n<p>\u00dcber den Tag hinweg machten die Partner einander Angebote, um eine tiefere Verbindung zueinander herzustellen. Beispielsweise, wenn der Ehemann ein Hobbyornithologe ist und einen Distelfink im Garten fliegen sieht, kann er es seiner Frau zeigen und sagen: &#8222;Schau, was f\u00fcr ein sch\u00f6ner Vogel.&#8220;<\/p>\n<p>In dieser Studie konnte Gottmann den Schl\u00fcssel legen, um zu verstehen, was eine gesunde Beziehung gedeihen l\u00e4sst oder was sie zum Erl\u00f6schen bringt.<\/p>\n<p>Er schweigt nicht nur \u00fcber den Vogel, sondern begehrt von seiner Frau eine Reaktion \u2013 vielleicht ein Zeichen von Interesse oder Unterst\u00fctzung \u2013 mit der Hoffnung, dass sie aufgrund des Vogels einen kurzen Moment lang emotional miteinander verbunden sind. Die Frau steht nun vor einer Entscheidung: Sich ihrem Mann zu- oder abwenden.<\/p>\n<p>Doch auch wenn das Angebot, sich \u00fcber einen Vogel zu verbinden, unbedeutend und sogar l\u00e4cherlich erscheinen mag, kann es dennoch einiges \u00fcber den Zustand ihrer Beziehung verraten. Der Mann fand den Vogel wohl wichtig genug, um dar\u00fcber zu sprechen. Die Frage ist, erkennt und respektiert seine Frau das genauso?<\/p>\n<p>Ein Gespr\u00e4ch mit dem Partner ist wie ein Tanz, bei dem du entweder den Takt aufnimmst oder ihn verfehlst. Diese Erkenntnis hat unsere Studie best\u00e4tigt: Paare, die sich aktiv ihrem Partner zugewandt haben, indem sie Interesse, Empathie oder Unterst\u00fctzung gezeigt haben, waren gl\u00fccklicher in ihrer Beziehung. Auf der anderen Seite gab es diejenigen, die sich abwandten und ihre Besch\u00e4ftigung fortsetzten oder sogar feindlich reagierten.<\/p>\n<p>Das Fazit unserer Untersuchung: Die Art und Weise, wie du mit deinem Partner interagierst, hat einen starken Einfluss auf deine Zufriedenheit in der Ehe. In den traurigen F\u00e4llen der nach sechs Jahren geschiedenen Paare konnten wir nur eine geringe Zuwendungsrate von 33 Prozent beobachten. Es bleibt zu hoffen, dass unsere Erkenntnisse dazu beitragen, Beziehungen zu st\u00e4rken und Partnerschaften auf ein harmonisches Level zu heben.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse zeugen von einer beeindruckenden Stabilit\u00e4t in Beziehungen, die bereits sechs Jahre andauern. Mit einer Zuwendungsrate von 87 Prozent besteht ein deutliches Anzeichen daf\u00fcr, dass diese Paare sich ihrer Verbindungen sehr bewusst sind. Noch bemerkenswerter ist, dass in unglaublichen neun von zehn F\u00e4llen die emotionale Bed\u00fcrfnisse des Partners erf\u00fcllt wurden. Dies belegt, dass diese Paare nicht nur gemeinsam durch dick und d\u00fcnn gehen, sondern auch in der Lage sind, f\u00fcreinander da zu sein und einander zutiefst zu verstehen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-745\" src=\"https:\/\/www.tung.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Lange-und-glueckliche-Beziehungen_02.webp\" alt=\"Lange und gl\u00fcckliche Beziehungen_02\" width=\"1600\" height=\"1068\" srcset=\"https:\/\/www.tung.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Lange-und-glueckliche-Beziehungen_02.webp 1600w, https:\/\/www.tung.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Lange-und-glueckliche-Beziehungen_02-600x401.webp 600w, https:\/\/www.tung.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Lange-und-glueckliche-Beziehungen_02-1200x801.webp 1200w, https:\/\/www.tung.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Lange-und-glueckliche-Beziehungen_02-768x513.webp 768w, https:\/\/www.tung.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Lange-und-glueckliche-Beziehungen_02-1536x1025.webp 1536w, https:\/\/www.tung.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Lange-und-glueckliche-Beziehungen_02-150x100.webp 150w, https:\/\/www.tung.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Lange-und-glueckliche-Beziehungen_02-300x200.webp 300w, https:\/\/www.tung.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Lange-und-glueckliche-Beziehungen_02-696x465.webp 696w, https:\/\/www.tung.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Lange-und-glueckliche-Beziehungen_02-1068x713.webp 1068w\" sizes=\"auto, (max-width: 1600px) 100vw, 1600px\" \/><\/p>\n<p>Durch sorgf\u00e4ltige Beobachtung von Interaktionen zwischen Paaren, unabh\u00e4ngig von ihrer sexuellen Orientierung, Finanzlage oder Familienstatus, ist es Gottmann m\u00f6glich, mit einer unglaublichen Genauigkeit von bis zu 94 Prozent vorherzusagen, ob sie sich in einigen Jahren gl\u00fccklich unterst\u00fctzend oder getrennt ungl\u00fccklich wiederfinden werden.<\/p>\n<p>Der Schl\u00fcssel zur Vorhersage liegt in der allgemeinen Atmosph\u00e4re innerhalb der Beziehung. Besteht sie aus G\u00fcte und Gro\u00dfz\u00fcgigkeit, oder wird sie von Geringsch\u00e4tzung, Kritik und Feindseligkeit gepr\u00e4gt? Ein genaues Verst\u00e4ndnis dieser Dynamik innerhalb der Partnerschaften ist der Schl\u00fcssel, um ihre Zukunft vorherzusagen.<\/p>\n<p>Im Interview erkl\u00e4rte Gottmann die Unterschiede zwischen Masters und Disasters in der Art und Weise, wie sie ihr soziales Umfeld betrachten. W\u00e4hrend Masters gezielt nach Dingen suchen, f\u00fcr die sie dankbar sein k\u00f6nnen, um Respekt und Wertsch\u00e4tzung zu f\u00f6rdern, konzentrieren sich Disasters nur auf die Fehler ihres Partners.<\/p>\n<p>Julie Gottman erg\u00e4nzte, dass Disasters nicht nur die soziale Umgebung durchsuchen, sondern auch ihren Partner kritisch beobachten und entweder kritisieren oder Anerkennung aussprechen, je nachdem, was sie als richtig oder falsch bewerten. Ein bewusstes Kultivieren von Wertsch\u00e4tzung und Respekt scheint jedoch bei ihnen nicht im Fokus zu stehen.<\/p>\n<p>Forscher haben ermittelt: Geringsch\u00e4tzung ist der ultimative Beziehungskiller. Jene, die kritisiert und bem\u00e4ngelt statt sch\u00e4tzen und w\u00fcrdigen, verpassen ganze 50 Prozent der positiven Aspekte ihres Partners und konzentrieren sich einzig auf das Negative \u2013 oft sogar dort, wo keines ist.<\/p>\n<p>Partner, die mit der kalten Schulter empfangen werden, f\u00fchlen sich gering gesch\u00e4tzt und unsichtbar, als seien sie gar nicht wirklich da. Kritisierende, geringsch\u00e4tzende Partner schaden nicht nur der Liebe in ihrer Beziehung, sondern auch dem Immunsystem ihres Partners \u2013 sogar in Krieg gegen Viren und Krebs. Mies zu sein, ist das Todesurteil jeder Beziehung.<\/p>\n<p>Kreative \u00dcberarbeitung:<br \/>\nG\u00fcte ist der Klebstoff, der eine Beziehung zusammenh\u00e4lt. Studien belegen, dass G\u00fcte und emotionale Stabilit\u00e4t die wichtigsten Pr\u00e4diktoren f\u00fcr Zufriedenheit und Best\u00e4ndigkeit einer Ehe sind. Durch G\u00fcte f\u00fchlt sich jeder Partner umsorgt, verstanden und wertgesch\u00e4tzt &#8211; kurz gesagt, geliebt. In den Worten von Shakespeares Julia: &#8222;Meine Freigebigkeit ist so grenzenlos wie das Meer, meine Liebe so tief; je mehr ich gebe, desto mehr habe ich, denn beide sind unendlich.&#8220; Die Wahrheit ist, dass G\u00fcte \u00e4hnlich funktioniert: Personen, die viel G\u00fcte erfahren, sind auch selbst g\u00fctiger, was zu einer wunderbaren Aufw\u00e4rtsspirale der Liebe und Gro\u00dfz\u00fcgigkeit in einer Beziehung f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Ziel ist es, eine stilistische Verbesserung durch eine Abwechslung von Satzstruktur und Wortwahl zu erzielen, w\u00e4hrend die Essenz der urspr\u00fcnglichen Aussage beibehalten wird. Das Ergebnis soll eloquent und ansprechend sein, damit der Leser motiviert wird, die ge\u00e4u\u00dferten Ansichten nachzuvollziehen.<\/p>\n<p>Intelligente \u00dcberarbeitung:<br \/>\nEin wirksames Bindemittel in einer Beziehung ist G\u00fcte. Untersuchungen haben nachgewiesen, dass G\u00fcte und emotionale Stabilit\u00e4t den signifikantesten Einfluss auf Zufriedenheit und Best\u00e4ndigkeit einer Ehe haben. Wenn ein Partner G\u00fcte zeigt, f\u00fchlt sich der andere umsorgt, verstanden und wertgesch\u00e4tzt &#8211; ein Gef\u00fchl von bedingungsloser Liebe. Wie die Worte von Shakespeares Julia betonen: &#8222;Meine Freigiebigkeit ist so grenzenlos wie das Meer, meine Liebe so tief; je mehr ich schenke, desto mehr habe ich, denn beides ist unendlich.&#8220; \u00c4hnlich ist es auch mit G\u00fcte: Eine Person, die viel davon erf\u00e4hrt, wird eher selbst g\u00fctig sein, wodurch eine Abfolge von Liebe und Gro\u00dfz\u00fcgigkeit in der Beziehung entsteht.<\/p>\n<p>G\u00fcte ist eine interessante Eigenschaft. Sie kann entweder als eine feste Eigenschaft gesehen werden, die man entweder besitzt oder eben nicht, oder aber als eine Art Muskel, der durch Training und st\u00e4ndige \u00dcbung gest\u00e4rkt werden kann. W\u00e4hrend einige Menschen von Natur aus einen st\u00e4rkeren G\u00fctemuskel besitzen als andere, wissen die Experten, dass jeder diesen Muskel st\u00e4rken kann, wenn er die notwendige harte Arbeit leistet. In der Tat betrachten die Fachleute G\u00fcte als einen trainierbaren Muskel, den sie regelm\u00e4\u00dfig in Form halten m\u00fcssen, um eine gute Beziehung aufrechtzuerhalten.<\/p>\n<p>Als Julie Gottmann erkl\u00e4rt, erfordert eine erfolgreiche Beziehung, dass Partner in schwierigen Zeiten zusammenstehen und Verst\u00e4ndnis f\u00fcreinander zeigen. In solchen Momenten ist es wichtig, auf die Bed\u00fcrfnisse des anderen einzugehen und trotz M\u00fcdigkeit oder Stress die Beziehung zu pflegen. Tats\u00e4chlich ist die Gro\u00dfz\u00fcgigkeit, die man seinem Partner entgegenbringt, ein wichtiger Bestandteil jeder Beziehung, der durch kontinuierliches Training gest\u00e4rkt werden kann. Mit anderen Worten: G\u00fcte ist ein Muskel, der st\u00e4ndig gepflegt werden muss, um dauerhaft zu bleiben.<\/p>\n<p>In Momenten wie diesen mag es verlockend sein, sich von seinem Partner abzuwenden und sich auf Ablenkungen wie das iPad, ein Buch oder den Fernseher zu st\u00fcrzen, aber indem man die Chance auf eine emotionale Verbindung ignoriert, riskiert man langfristige Konsequenzen f\u00fcr die Beziehung. Ignorieren und Missachten des Partners schafft Distanz und f\u00fchrt zu Verbitterung bei demjenigen, der abgewiesen wird. Besonders schwierig ist es, w\u00e4hrend eines Konflikts G\u00fcte und Mitgef\u00fchl zu zeigen, aber genau das ist der Schl\u00fcssel zu einem erfolgreichen Austausch. Wenn Aggression und Missachtung w\u00e4hrend eines Streits ausarten, kann das irreparable Sch\u00e4den in der Beziehung hinterlassen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-746\" src=\"https:\/\/www.tung.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Lange-und-glueckliche-Beziehungen_04.webp\" alt=\"Lange und gl\u00fcckliche Beziehungen_04\" width=\"1600\" height=\"1067\" srcset=\"https:\/\/www.tung.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Lange-und-glueckliche-Beziehungen_04.webp 1600w, https:\/\/www.tung.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Lange-und-glueckliche-Beziehungen_04-600x400.webp 600w, https:\/\/www.tung.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Lange-und-glueckliche-Beziehungen_04-1200x800.webp 1200w, https:\/\/www.tung.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Lange-und-glueckliche-Beziehungen_04-768x512.webp 768w, https:\/\/www.tung.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Lange-und-glueckliche-Beziehungen_04-1536x1024.webp 1536w, https:\/\/www.tung.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Lange-und-glueckliche-Beziehungen_04-150x100.webp 150w, https:\/\/www.tung.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Lange-und-glueckliche-Beziehungen_04-300x200.webp 300w, https:\/\/www.tung.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Lange-und-glueckliche-Beziehungen_04-696x464.webp 696w, https:\/\/www.tung.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Lange-und-glueckliche-Beziehungen_04-1068x712.webp 1068w\" sizes=\"auto, (max-width: 1600px) 100vw, 1600px\" \/><\/p>\n<p>&#8222;G\u00fcte ist die Art und Weise, wie wir miteinander umgehen, auch wenn wir mal sauer aufeinander sind. Es beeinflusst, wie wir unsere Emp\u00f6rung ausdr\u00fccken. W\u00e4hrend einige schreien und beleidigen w\u00fcrden, ist es besser, wenn wir erkl\u00e4ren, warum wir verletzt oder w\u00fctend sind&#8220;, erl\u00e4uterte Julie Gottman.<\/p>\n<p>Ihr Ehemann, John Gottman, f\u00fcgte liebevoll hinzu: &#8222;In Konfliktsituationen \u00e4u\u00dfern sich Menschen, die auf eine Katastrophe zusteuern, auf eine andere Art und Weise. Sie sagen Dinge wie: \u201eDu bist zu sp\u00e4t, was stimmt denn nicht mit dir? Du bist wie deine Mutter!&#8220; Aber Menschen, die sich als Meister in Beziehungen betrachten, w\u00fcrden sagen: \u201eEs belastet mich, wenn du unp\u00fcnktlich bist, obwohl ich wei\u00df, dass es nicht deine Schuld ist.&#8220; Dies ist der bessere Ansatz, um eine Beziehung zu verbessern&#8220;.<\/p>\n<p>Die Forschungsergebnisse f\u00fcr Millionen von Ehepaaren sind laut und deutlich: Um eine langanhaltende, gesunde Beziehung zu f\u00fchren, ist fr\u00fchzeitige Praxis in G\u00fcte unentbehrlich. G\u00fcte ist hierbei nicht nur auf kleine Geschenke oder spontane Massagen zu reduzieren, sondern umfasst das Fundament jeglicher zwischenmenschlichen Beziehungen, egal ob im Alltag oder in besonderen Situationen. Es geht darum, wie man miteinander umgeht und wie man f\u00fcreinander da ist. Kleinere Gesten und Aufmerksamkeiten sind hierbei lediglich das T\u00fcpfelchen auf dem &#8222;i&#8220;.<\/p>\n<p>Laut den Gottmans ist die beste Vorgehensweise, die Absichten des Partners immer m\u00f6glichst positiv zu interpretieren. Bei einer Katastrophe haben wir das unangenehme Talent, Negativit\u00e4t selbst da zu sehen, wo keine ist. Eine ver\u00e4rgerte Ehefrau k\u00f6nnte zum Beispiel denken, ihr Mann h\u00e4tte die Klobrille absichtlich oben gelassen, um sie zu \u00e4rgern. In Wirklichkeit hat er es aber schlichtweg vergessen.<\/p>\n<p>Oder die Ehefrau kommt erneut zu sp\u00e4t zum Abendessen und der Mann denkt, sie w\u00fcrde ihn nicht mehr sch\u00e4tzen, da sie zu sp\u00e4t zu ihrem Date erschienen ist &#8211; und das, obwohl er sich extra viel M\u00fche gegeben hat. Allerdings kam sie zu sp\u00e4t, weil sie ihm eine \u00dcberraschung mitgebracht hat. Diese Geste wird jedoch zur Nebensache, wenn sie merkt, dass ihr Mann schlecht gelaunt ist, weil er ihr Handeln falsch interpretiert hat. Wenn wir uns nachsichtig und wohlwollend gegen\u00fcber der Handlungen und Absichten unseres Partners zeigen, k\u00f6nnen wir solche Situationen direkt entsch\u00e4rfen.<\/p>\n<p>Eine gro\u00dfartige Art, G\u00fcte zu praktizieren, ist das Teilen von Freude. Eine Eigenschaft von Katastrophen ist die Tatsache, dass wir Schwierigkeiten haben, uns f\u00fcr andere zu freuen. Oftmals reagieren wir auf gute Neuigkeiten mit oberfl\u00e4chlichen Bemerkungen, anstatt wirklich Freude zu empfinden. Nat\u00fcrlich erwarten wir, dass unser Partner in schwierigen Zeiten f\u00fcr uns da ist. Aber Forschungen zeigen, dass es genauso wichtig ist, gl\u00fcckliche Momente miteinander zu teilen. Wie wir auf die Erfolge unseres Partners reagieren, hat eine unmittelbare Auswirkung auf unsere Beziehung. Lassen Sie uns also Freude teilen und G\u00fcte \u00fcben.<\/p>\n<p>Die psychologische Forscherin Shelly Gable und ihr Team waren 2006 auf der Suche nach den unterschiedlichen Reaktionen, die Partner auf positive Erlebnisse ihres Gegen\u00fcbers zeigen. Dabei stellte sich heraus, dass diese Reaktionen in vier Kategorien eingeteilt werden k\u00f6nnen: passiv destruktiv, aktiv destruktiv, passiv konstruktiv und aktiv konstruktiv.<\/p>\n<p>So kann beispielsweise eine Zusage zum Medizinstudium bei einem Partner Freude ausl\u00f6sen. Ein passiv destruktiver Partner hingegen w\u00fcrde seine Freude dar\u00fcber nicht ausdr\u00fccken und wom\u00f6glich sogar die Aufmerksamkeit auf sich selbst lenken. Ein passiv konstruktiver Partner reagiert zwar, jedoch mit augenscheinlicher Unbeteiligung.<\/p>\n<p>Im Fokus stand bei der Studie das Verhalten des Gegen\u00fcbers in solchen Situationen und die Auswirkungen, die dies auf die Beziehung haben kann. Eine interessante Erkenntnis, die zeigt, wie wichtig es ist, positiv auf die Erfolge und Erlebnisse des Partners einzugehen.<\/p>\n<p>Eine negativ destruktive Reaktion auf die Freude des Partners ist sch\u00e4dlich und mindert den emotionalen Wert der Beziehung. Der aktive konstruktive Partner hingegen kann sich aufrichtig mit seinem Partner freuen und somit die Verbindung zwischen ihnen st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Es ist wichtig zu erkennen, dass die anderen drei Reaktionen die Freude des Partners untergraben und so die Beziehung schw\u00e4chen. Indem man gemeinsam Freude teilt, kann man sich auf einer tieferen Ebene kennenlernen und eine bedeutsame emotionale Verbindung aufbauen.<\/p>\n<p>Aktive und konstruktive Reaktionen auf den Partner sind unabdingbar f\u00fcr eine gesunde Beziehung. In einer Studie von Shelly Gable aus dem Jahr 2006 trafen sich die untersuchten Paare nach zwei Monaten erneut, um zu sehen, wer noch zusammen war. Der einzige signifikante Unterschied zwischen denjenigen, die sich noch zusammenfanden und denjenigen, die sich trennten, war ihre F\u00e4higkeit zu aktiv konstruktiven Reaktionen.<\/p>\n<p>Von jenen, die echtes Interesse an den Freuden ihres Partners zeigten, waren weitaus mehr Paare noch zusammen als von den anderen drei Gruppen. In einer fr\u00fcheren Studie hatte Gable bereits eine Korrelation zwischen aktiv konstruktiven Paaren und h\u00f6herer Beziehungsqualit\u00e4t und gesteigerter Intimit\u00e4t festgestellt. Dies betont die Wichtigkeit, aufmerksam und einf\u00fchlsam reagieren zu k\u00f6nnen, um eine gl\u00fcckliche und erfolgreiche Partnerschaft aufrechtzuerhalten.<\/p>\n<p>Das Scheitern von Beziehungen hat viele Gr\u00fcnde, aber ein bestimmtes Muster kristallisiert sich heraus: Fehlende G\u00fcte. In unserer hektischen Welt sollten wir uns bewusst Zeit und Energie f\u00fcr unsere Beziehungen nehmen.<\/p>\n<p>Sonst droht der Untergang des gemeinsamen Schiffes. Eine Studie zeigt, dass die Zufriedenheit in den meisten Ehen in den ersten Jahren abnimmt, aber es gibt auch jene, die eine andauernde Leidenschaft und Gl\u00fcckseligkeit bereiten. Das Geheimnis dieser Ehen liegt in ihrem Fundament der G\u00fcte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jedes Jahr treten in Deutschland im Durchschnitt 400.000 Paare den Bund der Ehe an. Sie bekr\u00e4ftigen damit nicht nur ihre Liebe zueinander, sondern auch ihr Versprechen, ein gemeinsames Leben voller Freundschaft und Gl\u00fcck bis ans Ende ihrer Tage zu f\u00fchren. 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